Lasst uns gemeinsam kochen

Immer wieder wird unser Küchenchef nach Tipps und Tricks zu den einzelnen heimatlichen Kochversuchen ausgehorcht. Natürlich kann man kurz über Dies oder Das plaudern, wirklich in die Tiefe wird dabei aber selten gegangen. Um dieser Oberflächlichkeit ein Ende zu bereiten, hat unser erfahrener Grillmeister sich wieder zu einem Kochkurstermin hinreißen lassen. Und zwar möchte er mit den wissbegierigen Hobbybratern gerne das Thema Steaks & Beilagen in Angriff nehmen. Dabei wird über Einkaufsphilosophie, Schneidetechnik, Bratkultur und Zeitmanagement in der Küche alles besprochen, was den euphorischen Freizeitköchen ein Herzensanliegen ist.

 

Hier die Fotos vom letzten ultimativen Kochevent:

Alle die jetzt richtig Gusto bekommen haben, sollten sich Samstag, 24. Februar 2018, im Kalender freihalten. Wir starten um 11.00 Uhr. Bitte plant sicherheitshalber vier Stunden ein - diese Kochnachmittage sind meist sehr gesellig. Preis = € 99,00/Person (alle Getränke und Speisen inklusive). Und eins sei jetzt schon verraten, die vielen Kostproben aus der Küche werden natürlich mit verführerischen Elixieren heimischer Winzer runtergespült.

X.O.Beef - von der Liebe zu alten Kühen

Vor gut einem Jahr haben wir uns schon einmal mit dem Thema des gereiften Fleisches intensivst auseinandergesetzt. Damals trug die Speisekarte den Titel "Das Fest der alten Kuh". Als ich genau diese Karte einem graumelierten Herrn überreichte, der mit seiner Frau zum Abendessen gekommen war, schaute dieser zuerst kurz auf die Überschrift, dann mit einem verschmitzem Lächeln zu mir, um lapidar anzumerken: "Ich hab doch bei der Reservierung gar nicht angegeben, dass meine Frau Geburtstag feiert" ;-)

ALT - das ist ein in der schnelllebigen Welt von verschönerten Social-Media Lebenseinblicken ein durchwegs negativ behaftetes Qualitätsmerkmal geworden. Dass es auch anders geht, beweisen Robert Weishuber und Benjamin Hofer mit ihrem X.O.Beef. X.O steht dabei für EXTRA OLD und bedeutet, dass den Kühen Zeit gelassen wird. 12 Jahre und mehr durften die X.O. Milchkühe die Langsamkeit auf einsamen Weiden genießen. Erst dann werden sie behutsam auf ihr Ende vorbereitet, ohne Stress und Hektik. Anschließend wird das Fleisch mit Bedacht einer langen Reife unterzogen.

Wie das schmeckt? Einzigartig! Das Fett ist bis in die tiefsten Muskelfasern vorgedrungen, die Marmorierung so schön, dass unser Küchenchef vor Verzückung zu singen beginnt und der nussige-heuige Geschmack ein süchtig machendes Erlebnis. Nehmt Euch Zeit und kostet die Süße des entschleunigten Lebens.

Flankensteak/copyright X.0.Beef
Flankensteak/copyright X.0.Beef

PÜNSCH DIR DAS

VOM PÜNSCHEN UND WÜNSCHEN

 

Auch heuer haben wir das weihnachtliche Zauberelixir für Euch als Konzentrat zubereitet. Klar, dass wir nur feinste Zutaten für das bekömmliche Weihnachtsrauscherl verwenden und auf künstliche Geschmacksverstärker verzichten.

 

Ihr könnt Euch aussuchen, ob Ihr lieber dem Orange-Zimt-Trank oder dem Kirsch-Marzipan-Gemisch verfallen wollt, naja eigentlich geht auch beides. Es steht nicht zur Diskussion, nicht von diesem Engelstropfen abhängig zu werden. Wir schwören ;-)

 

Natürlich haben wir uns auch bei der weihnachtlichen Dekoration wieder voll ins Zeug gelegt. Gefühlte 10.000 Christbaumkugeln an die Decke gezaubert, Windringerl verteilt, Lichterketten entwirrt, Glitzer geschmissen... War alles kein Problem, weil uns a) unsere Familie geholfen hat und b) genug Punsch vorrätig war ;-)

 

 

 

Hier kommt die Gans

Hier unser Rezept für alle, die ein widerspenstiges Viecherl auch daheim zubereiten wollen....

 

Martinigansl
mit Apfelrotkraut, Speckkrautsalat,
Serviettenknödel und Maronisauce

 

 

Zutaten für 4 Personen

1 Gans (ca. 3,60 kg)

 2 Äpfel + 2 Orangen zum Füllen

 

 

Apfelrotkraut

 1 Stk. Rotkraut

 3 Orangen

 3 Äpfel

 10 dag Preiselbeeren

 ½ l Rotwein

 ¼ l Apfelsaft

 Balsamicoessig, Salz, Zucker, Pfeffer

 

 

Speckkrautsalat

 1 Stk. Weißkraut

 20 dag Bauchspeck

 Kümmel, Essig, Zucker, Salz, Pfeffer

 

 

Serviettenknödel

 ½ kg Semmelwürfel

 15 dag Butter

 ½ Zwiebel

 ½ l Milch

 4 Eier

 Salz, Pfeffer

 

 

Maronisauce

 10 dag gekochte + geschälte Maroni

 ¼ l Rotwein

 

Zubereitung

 

Die bratfertige Gans (= ausgenommen, Kragen und Flügel entfernt) zuerst innen salzen und mit den geviertelten Äpfeln und Orangen füllen, danach außen salzen. Den zuvor weggeputzten Kragen und die Flügel als Unterlage in die Bratpfanne legen und die Gans darauf setzen. Somit vermeidet man, dass die Gans beim Braten im eigenen Fett schmort.

 

 

Bei 180°C ca. 1,5 Stunden braten, danach das Backrohr ausschalten, die Gans aber ca. noch eine Stunde im Rohr rasten lassen. Dadurch entspannt sich das Fleisch und wird weich. Kurz vor dem Anrichten das Backrohr noch einmal 10 Minuten auf 190 °C erhitzen, dadurch wird die Haut der Gans besonders knusprig. Tranchieren und anrichten.


 

Apfelrotkraut

Das rote Kraut in feine Streifen schneiden. Von den Orangen die Schale abreiben und danach auspressen. Die Äpfel reißen. Beides zum Kraut dazugeben. Preiselbeeren, Rotwein, Apfelsaft und Gewürze untermischen und mit den Händen gut einkneten. Über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen und am nächsten Tag kochen.

 

Speckkrautsalat

Das weiße Kraut in feine Streifen schneiden und gut einsalzen. Eine halbe Stunde ziehen lassen, um dem Kraut das Wasser zu entziehen. Die restlichen Gewürze untermischen und mit den Händen gut einkneten. Den feinwürfelig geschnittenen und gebratenen Speck noch heiß mit dem ausgelassenen Fett unter das Kraut mischen. Lauwarm servieren.

 

Serviettenknödel

Zwiebel in Butter goldgelb braten, mit Milch aufgießen, Eier dazugeben und würzen. Mit einem Pürierstab mixen, über die Semmelwürfel gießen und vorsichtig vermischen. Die Masse auf eine Frischhaltefolie auftragen und zu einer Rolle drehen. An den Enden gut zuknoten und im Wasser eine halbe Stunde kochen.

 

Maronisauce

Den entfetteten Bratenrückstand von der Gans mit Rotwein aufgießen und einreduzieren lassen. Maroni dazu und abschmecken.

 

 

 

Der Jäger hat's gebracht


WILD THING, YOU MAKE MY HEART SING

 

Ein Tiroler Urgestein hat uns vorgeworfen, dass wir als Stadt-Restaurant ja gar nicht in der Lage wären, Reh, Hirsch & Co authentisch zuzubereiten, da wir die Natur ja nur aus dem Fernsehen kennen würden und in unserer einbetonierten Welt nur von der Freiheit des Waldes träumen könnten. Bum, das hat gesessen!

 


Nun klar, wir sind nicht mit Gummistiefeln an den Füßen in den dämmrig-nebligen Wald geschlichen und haben dort mit Dackel an der Seite und Flachmann an der Brust den kapitalen Hirsch erlegt. Wir können Euch aber versprechen, dass wir unsere sanftäugigen Rehleins und wilden Waldbewohner von hervorragenden Lieferanten mit einwandfreiem Leumund und angemeldetem Gewehr beziehen und eine Liebe zum Produkt an den Tag legen, die erwähnter Waidmann hinter seinen sieben Bergen lange suchen kann.

 


Der gesprächige Tiroler Talbewohner hatte keine Zeit, sich unsere Gegenargumente anzuhören, er musste zur Post, sich die neueste Ausgabe von "Wild & Hund" abholen - die hatte er über Amazon bestellt ;-)

 

-> SO SCHMECKT WILD IN DER VORSTADT